Ihr Körper spricht – Körpersprache in der Kommunikation

Ihr Gesicht spricht Bände, er rauft sich die Haare und wird blass vor Neid – sicherlich kennen auch Sie viele Redewendungen und Ausdrücke zur Körpersprache.

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, sagte Paul Watzlawick. Die Körpersprache kommuniziert gelegentlich in ihrer eigenen Art und Weise. Dieser Artikel unterstützt Sie, situationsbezogene Körpersprache anhand einiger praktischer Beispiele zu entschlüsseln.

Sie erinnern sich an Situationen, in denen Menschen sagten, „darüber rege ich mich nicht mehr auf“ und Sie sahen, dass sich deren Gesicht zur Faust ballte.
Oder, „ich bin ganz Ohr“ und dabei aus dem Fenster schauten? Wunderbar. Damit haben Sie exzellente Beispiele für eine non-verbale* Kommunikation, die sich verselbstständigt hatte. Worte und Körpersprache standen sich gegenüber und waren sich sichtbar uneinig.

Körpersprache umfasst mehrere Ebenen* – die non-verbalen Ebenen Gestik, Mimik und Haltung sowie die verbalen Ebenen Stimme und Tonfall.
[wp-svg-icons icon=“star“ wrap=“i“]  Kurze Erläuterungen der Fremdwörter sind am Ende des Textes.

Viele Menschen eignen sich im Laufe ihres Lebens eine kontrollierte Körpersprache inklusive gesteuerter Mimik an. In Stresssituationen funktioniert die Kontrolle nicht immer. Ob Ihr Gegenüber sein/ihr Verhalten bewusst einsetzte, lässt sich bei Bedarf durch Nachfragen herausfinden. Die innere Haltung stellt sich nach außen dar, scheinbar ohne Ihr Zutun. Jeder Mensch empfindet Situationen auf einem anderen Level als stressig. Was für Sie anstrengend ist, kann für mich relativ entspannt sein und andersherum.


matsch-schmutzige SchuheSie erinnern sich bestimmt an den Handwerker, der die Heizung in meiner Wohnung warten sollte. Hier der Link zum Artikel.

Ich schildere die Situation und Sie können aus einem anderen Blickwinkel den Fokus auf die Körpersprache legen.

[wp-svg-icons icon=“unlocked“ wrap=“i“]  Er kam verspätet  zum Termin, begrüßte mich immerhin mit Handschlag. Doch, bereits beim Reichen der Hand sah ich, dass es ein „Quetscher“ ist. Einer, der die Hand zu fest drückt, um mit seiner Kraft zu protzen und (vermeintliche) Macht zu demonstrieren. Ich kannte dieses Verhalten von anderen, und eine Lösung dafür: Die eigene Hand so sehr anspannen, dass sie wie ein Brett wird. Das irritiert den anderen und lässt das Vorhaben zumindest verringern, im besten Fall stoppen.

[wp-svg-icons icon=“unlocked“ wrap=“i“]  Als ich ihm die Heizung zeigte und schilderte, dass sie gelegentlich ausgeht, verschränkte er die Hände vor dem Körper. Interessanterweise wich er ergänzend mit seinen Augen aus, konnte kaum Blickkontakt halten. Eine unsichere und zugleich ablehnende Sprache.

[wp-svg-icons icon=“unlocked“ wrap=“i“]  Anstelle die Heizung zu warten, steckte er nun die Hände in die Hosentaschen und redete ohne Punkt und Komma über seine Kundenprojekte. Jetzt setzte ich bewusst auf Körpersprache – Arme verschränken und den Oberkörper etwas wegdrehen, die Schulter in seine Richtung. Mein Gesicht sprach Bände – hochgezogene Augenbrauen, säuerlicher Blick. Signal: Ich bin derzeit weniger an einem Monolog interessiert.

[wp-svg-icons icon=“unlocked“ wrap=“i“]  Auf den Handschlag zur Verabschiedung verzichtete er übrigens. Ihm war meine non-verbale Antwort deutlich aufgefallen.


Eine Erläuterung zum spannenden Thema Körpersprache und deren Deutung. Sie werden stets von mehreren Komponenten beeinflusst:

[wp-svg-icons icon=“bubbles-2″ wrap=“i“]  Die erlebte Körpersprache wirkt in der konkreten Situation. Sie spricht in und für den Moment. Innere Vorgänge wie Gedanken und Gefühle sowie äußere Impulse gestalten den Gesichtsausdruck, die Haltung.

[wp-svg-icons icon=“bubbles-2″ wrap=“i“]  Mitunter kann das Interpretieren einer einzigen Geste oder einer Aktion in der Mimik auf einem Missverständnis basieren.
Der Zusammenhang und die ganze Situation sind hier wichtig.

[wp-svg-icons icon=“bubbles-2″ wrap=“i“]  Das soziale und kulturelle Umfeld prägt die Körpersprache und deren Verständnis. Familiäre Eigenheiten können sich auf die nächste Generation übertragen. Was bei der einen Familie als völlig normal angesehen wird, irritiert andere.

[wp-svg-icons icon=“bubbles-2″ wrap=“i“]  Der eigene körpersprachliche Ausdruck beeinflusst den Außenauftritt – der eine hebt bei jedem zweiten Satz den Zeigefinger, der andere zwinkert verstärkt bei Nervosität.

Was wie gesagt wurde und wie es gemeint ist, fügt sich aus den verschiedenen Ebenen der Körpersprache wie Gestik, Mimik, Haltung, Stimme und Tonfall zu einem Bild zusammen. Manchmal kommt es gelungen bei Ihnen an, manchmal eben nicht. Non-verbale Signale wirken stärker als das gesprochene Wort, ihnen wird mehr vertraut, denn: der Körper lügt nicht.

Ich wünsche Ihnen Wissen für und Vertrauen in die Außenwirkung Ihrer Körpersprache. Zudem gutes Gelingen beim Entschlüsseln der Körpersprache von anderen Menschen.

PS: Körpersprache und stimmiges Auftreten werden auch von Ihrer Kleidung beeinflusst. Nur die wenigsten schaffen es, im Businesskostüm oder -anzug die gleiche Haltung wie im Jogginganzug anzunehmen. Insofern: ein auf die Termine des Tages abgestimmtes Outfit beeinflusst Ihren Außenauftritt positiv. Und negativ, wenn Sie den erwarteten Dresscode verfehlen.

 

[wp-svg-icons icon=“star“ wrap=“i“]  Erläuterung Fremdwörter
non-verbal = nicht mit Sprache, sondern durch Gestik*, Mimik* oder Kopf vermittelte Zeichen
verbal = mit Worten, sprachlich
Gestik = Bewegungen von Armen, Beinen und Kopf während der Kommunikation
Mimik = Mine, Minenspiel – sichtbare Bewegungen des Gesichts

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